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Gold

Gold ist ein chemisches Element mit dem Symbol Au, das für das lateinische Wort Aurum steht. Der Name Gold bedeutet im Althochdeutschen „das Glänzende“ oder „Blanke“. Gold hat im chemischen Periodensystem die Ordnungszahl 79 und steht als Übergangsmetall in der 1. Nebengruppe. Reines Gold ist ein sehr weiches und dehnbares Edelmetall, das leicht zu dünnen Drähten oder Folien verarbeitet werden kann. Gold besitzt mit 48,5 ∙ 106S/m bei 0°C eine geringere elektrische Leitfähigkeit, als Silber. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt 317 W/(m ∙ K) bei 27°C und liegt damit ebenfalls unter der von Silber. Der Schmelzpunkt von Gold ist 1064,19°C, der Siedepunkt liegt bei 2856°C. Bei längerem Schmelzen von Gold tritt rötlicher Dampf auf, so dass ohne geeignete Abdeckung ein Verdampfungsverlust eintritt, welcher umso höher ausfällt, umso mehr Legierungsmetalle den Schmelzpunkt herabsetzen. Als Edelmetall ist Gold reaktionsträge und ist gegen Säuren, Alkalien und Luft resistent. Es kann jedoch von Königswasser und Cyanidlösungen unter Lufteinfluss gelöst werden. Fein verteiltes Gold reagiert mit trockenem Chlor zu Goldtrichlorid.

Reines Gold hat eine rötlich-gelbe Farbe. In kolloidaler Verteilung kann es jedoch von leuchtend rot bis violett erscheinen. Gold geht mit vielen Metallen Legierungen ein, wodurch eine Veränderung des Farbtons oder des Härtegrades erreicht werden kann. Bei edleren Metallen besteht die Legierung überwiegend aus echten Mischkristallen. Durch Kontakt mit Quecksilber entsteht Goldamalgam.

Wissenswertes über Gold

In vielfacher Weise ist Gold auch in die Legende eingegangen. So wurde Gold in der Antike und im Mittelalter als lebensverlängerndes Mittel angesehen, in Indien wurden goldhaltige Lebenselixiere hergestellt. Paracelsus gebrauchte Gold zur Behandlung von Herzkrankheiten. Gold galt auch als Allheilmittel und in Form von Amuletten als Schutz gegen den bösen Blick.

Geschichte von Gold

Da Gold wie auch Kupfer in gediegener Form vorkommen, wurden beide Metalle schon sehr früh gewonnen und verarbeitet. Goldartefakte wurden in Europa bereits in der späten Jungsteinzeit hergestellt, vor allem als Schmuck, für Prunkwaffen, Kultgegenstände und Geld.

Berühmt sind die Sonnenscheibe von Nebra (1600 v. Chr.) und der Sonnenwagen von Trundholm (1400 v. Chr.), die beide mit Goldblech belegt sind. Bekannt ist auch der aus der ausgehenden Bronzezeit um 1000-800 v. Chr. stammende Berliner Goldhut, der vermutlich Priestern zu kultischen Zwecken gedient hat und astronomische Abbildungen aufweist. Gold wurde in der Bronzezeit sowohl durch Bergbau, wie auch durch Waschungen gewonnen. Die Zentren der Goldgewinnung lagen dabei in Irland, Frankreich, Spanien und Siebenbürgen.

In der Antike waren goldene Kultgegenstände bereits bei den Sumerern bekannt. Im Ägypten wurde Gold aus dem Waschen von Sand des blauen Nils gewonnen, außerdem aus Quarzgängen. Im 3 Jahrtausend v. Chr. war Koptos nördlich von Luxor das größte ägyptische Goldbergbauzentrum.

Die erste Goldmünze wurde von Gyges von Lydien um 670 v.Chr. geprägt. Nachdem die griechischen Minen in mykenischer Zeit nahezu erschöpft wurden, verwendeten die Griechen wenig Gold. Mit Gold und Goldgegenständen aus eigener Produktion handelten jedoch die Phönizier. Ab dem 8., vor allem aber dem 5. Jahrhundert bis zum 3. Jahrhundert förderten die Thraker das meiste Gold aus ihren Minen. Nach der Eroberung Thrakiens durch Phillip II. wurde im Pangäongebirge eine neue, ergiebige Ader entdeckt.

Unter den Römern wurde Gold in großen Mengen in Spanien gefördert, außerdem gab es große Abbaustätten in Dakien und Syrien. Gaius Julius Caesar eroberte große Goldmengen bei der Besetzung Galliens.

Gold als Währungsdeckung

Da Gold seit langer Zeit also Zahlungsmittel eingesetzt wurde, gab es in moderner Zeit Währungen mit Golddeckung. So wurden zwischen 1871 und 1914 Banknoten des Deutschen Reiches gegen Gold oder Silber je nach Verfügbarkeit der Kasse umgetauscht. Der US-Dollar war bis 1971 an eine bestimmte Menge Gold gebunden, bis 1934 entsprachen jeweils 20,67 $ und ab 1934 35$ einer Unze Gold. Durch die Lösung der Währung vom Goldstandard war eine höhere Inflation und Staatsverschuldung möglich.

Verwendung und Handel

Derzeit wird etwa 85% des geförderten Goldes zu Schmuck verarbeitet, 12% wird in der Elektrotechnik, der Optik und der Medizin verwendet, etwa für Zahnprothesen. Aufgrund seiner Tönung in kolloidaler Verteilung wird Gold auch gemeinsam mit kolloidalem Zinnoxid vermischt als cassiuscher Goldpurpur zur Glasfärbung und in der Porzellanmanufaktur verwendet.

Als Anlagegold sind sowohl Bullionmünzen als auch Goldbarren üblich. Der Reinheitsgehalt wurde bei Gold traditionellerweise in Karat angegeben, jedoch hat sich inzwischen eine Umstellung auf Promilleangaben durchgesetzt. Karatangaben finden sich auch auf Goldschmuck. Dabei entsprechen 24 kt einem Feingehalt von 999 Promille, 18 kt entsprechen 750 Promille und 8 kt 333,3 Promille. Schmuck wird, um eine höhere Härte zu erzielen, meist aus Goldlegierungen hergestellt. Der Feingehalt kann im Labor oder durch eine Strichprobe festgestellt werden, bei der jedoch Goldanteile verloren gehen. Eine völlige Sicherheit der Analyse kann jedoch nur durch Einschmelzen erzielt werden, da keine äußere Analysemethode in das Innere z.B. von Goldbarren vordringen kann.

Bullionmünzen werden teilweise mit einem Reinheitsgehalt von 916,6 Promille hergestellt, die meisten aber mit einem Gehalt von 999 Promille. Für den professionellen, physischen Handel haben sich daher so genannte Good-Delivery-Barren zu 400 Unzen (12,441 kg) durchgesetzt, die 995 Promille Feingehalt haben und die festgelegten Standards der London Bullion Market Association (LBMA) erfüllen. Dort wird auch mit Goldbarren gehandelt, weitere wichtige Handelsplätze für Barren sind New York, Zürich und Hong Kong.

Am Spotmarkt werden die Preise für die sofortige Lieferung bestimmt, während bei Futures und Optionen die Preise für zukünftige Lieferungen gehandelt werden. Jedoch entwickeln sich Preise für den Spotpreis und den Futurepreis in der Regel paralell.

Wichtige Gold-Handelsplätze

Gold wird an den Rohstoffbörsen unter dem Kürzel XAU gehandelt und bezeichnet den Preis für je eine Feinunze Gold, was 31,1 Gramm entspricht. In London findet zweimal täglich zum festlegen des Goldpreis ein Goldfixing statt, das zweite Fixing findet zur Startzeit der US-Börsen statt. Die wichtigsten Goldhandelsplätze befinden sich in London, Zürich, Frankfurt am Main, Paris, New York, Los Angeles, Winnipeg, Panama, Caracas, Singapur, Hong Kong, Abu Dhabi, Kuwait und Tokio. Gold wird in US-Dollar gehandelt.

Gold Vorkommen

Der durchschnittliche Goldgehalt der oberflächennahen Erdschichten beträgt 0,004g pro Tonne. Der Abbau erfordert erheblich höhere Goldanreicherungen von circa 1g pro Tonne Erz. Gold kommt dabei in gediegener, also reiner Form vor. Die wichtigsten goldfördernden Länder sind Russland und Südafrika, auch die Produktionsmenge in den USA und Kanada hat sich erhöht.

Gold Gewinnung

Gold kann sehr einfach durch Auswaschen aus Flüssen gewonnen werden. Hierbei kommen einfache Waschvorrichtungen wie Wannen zur Anwendung, aber auch industrielle Methoden, wie maschinell betriebene Waschtrommeln kommen zum Einsatz, die das Absetzen der schwereren Goldpartikel in speziellen Auffangmatten erlauben.

Ein traditionelles Verfahren ist auch die Amalgamation. Hierbei werden die goldhaltigen Schlämme und Sande intensiv mit Quecksilber gemischt, dass sich dabei im Quecksilber löst. Da Gold schwerer als Quecksilber ist, sammelt es sich am Boden des Schmelzgefäßes. Nachdem man das Quecksilber abfließen lässt, bleibt das Amalgam zurück. Das Gold wird dann gewonnen, indem man es erhitzt, wodurch das Quecksilber verdampft. Die Amalgamationsmethode hat jedoch den Nachteil, dass es durch das Verdampfen des Quecksilbers zu gesundheitlichen Schädigung und durch den Niederschlag des Quecksilberdampfes in der Umgebung zu Umweltschäden kommen kann.

Ein weiteres Verfahren ist die Cyanidlaugung. Hierbei wird das Erz fein gemahlen und durch Cyanidlösungen unter Zutritt von in der Luft enthaltenem Sauerstoff gelöst, wobei sich komplexe Cyanidverbindungen bilden. Anschließend wird das Gold durch Zugabe von Zinkstaub ausgefällt oder an Aktivkohle absorbiert.

Die weitere Reinigung des Goldes wird überwiegend im Elektrolytverfahren vorgenommen. Hierbei sammelt sich das Gold im Anodenschlamm, die Reinheit beträgt dann 99,9%.

Ein weiteres wichtiges Verfahren ist die Goldgewinnung als Altmaterial, wie Elektronikbestandteilen, Klärschlämmen, Filterstäuben und anderen Substanzen.