Goldbarren kaufen

Goldbarren kaufen - eine sichere und gewinnträchtige Anlageform

Gold wird traditionell in Form von Nuggets, Goldstaub, Münzen, Medaillen, Goldbarren und Schmuck gekauft und verkauft. Außerdem können alle goldenen oder goldhaltigen Gegenstände, wie mit Blattgold belegte Figuren oder Zahngold gehandelt werden. Das Problem das sich bei Goldstaub, Nuggets, Schmuck und goldhaltigen oder vergoldeten Gegenständen ergibt, ist, dass der reine Goldgehalt bei jedem Kauf oder Verkauf neu bestimmt werden muss. Bei Goldschmuck ist der Feinheitsgrad oft durch eine Punze vermerkt, bei Goldbarren ist er aufgeprägt, ebenso, wie bei modernen Goldmünzen.

Um einen Preisvergleich durchzuführen, ist es oft nötig, Gegenstände wie Schmuck, Besteck, Zahngold und so weiter in einer Scheideanstalt einzuschmelzen, um den wirklichen Goldgehalt festzustellen. Dieses Handelshemmnis wird bei staatlichen Münzen, wie auch bei Goldbarren nahezu ausgeschaltet. Bei den Münzen garantiert der ausgebende Staat den Feingehalt an Gold, bei Goldbarren garantiert der Hersteller durch die Prägung das Gewicht und den Feingehalt. In Goldbarren eingeprägt sind in der Regel der Feingehalt, die Herstellerangabe, das Gewicht und oft auch eine Seriennummer.

Im Prinzip ist es aber jedem möglich mit der richtigen Ausrüstung Goldbarren zu gießen. So kann Gold z.B. aus alten Handys, Platinen und Hauptprozessoren gewonnen werden. Das gewonnene Gold kann dann in einem kleinen Ofen erhitzt, in Barren gegossen und dann in Wasser abgekühlt werden. Ein auf diese Weise hergestellter Goldbarren hat natürlich nicht den Feinheitsgrad professioneller Hersteller.

Beim professionellen Handel hat sich zudem der Good-Delivery-Standard durchgesetzt, der von der London Bullion Market Association (LBMA) entwickelt wurde. Hierbei handelt es sich um standardisierte Barren verschiedener Hersteller, die typischerweise 400 Unzen (12,441 Kilogramm) wiegen und einen Feingehalt von 995 Promille haben. Vorteil hierbei: die Goldbarren werden weltweit von Händlern akzeptiert und können auf den großen Goldhandelsmärkten, wie dem London Bullion Market in London, ohne weitere Prüfung gekauft und verkauft werden können. Auch von Banken werden diese Barren meist problemlos angenommen.

Während der Goldgehalt früher in Karat angegeben wurde, wie es bei Schmuck noch üblich ist, wird er heute üblicherweise in Promille angegeben. 999 Promille entsprechen dabei einem Feingehalt von 24 Karat, 750 Promille entsprechen 18 Karat und 333,3 Promille 8 Karat.

Verschiedene Gewichte und Herstellungsformen

Goldbarren werden typischerweise in bestimmten Gewichtsstufen verkauft. Üblich sind hier Größen von 1 Gramm, 5 Gramm, 10 Gramm, 1 Unze (tr.oz), 100 Gramm, 250 Gramm, 500 Gramm und 1 Kilogramm. Die Barren von einer Größe bis einer Unze werden, ähnlich wie Münzen, geprägt, das heißt mittels eines Stempels aus einem vorhandenen Metallrohling ausgestanzt. Bei Barren von 100 Gramm ist sowohl das Prägeverfahren, wie auch das Gussverfahren üblich. Man kann dies an der Form der Barren erkennen. Geprägte Barren haben glatte, scharfe Kanten und Beschriftungen, während bei gegossenen Barren die Kanten rundlich sind und die Prägung leicht in den Barren eingesunken ist. Barren ab einem Gewicht von 250 Gramm werden ausschließlich gegossen.

Goldbarren kaufen als Sammelgebiet

Goldbarren können auch Sammelobjekte sein. Dies gilt natürlich insbesondere für ältere Goldbarren z.B. aus der Antike. Aber auch neuere, seltene Barren mit interessanten Gussformen werden gesammelt. Beliebt sind hier zum Beispiel Barren von Rothschild, Schöne Edelmetaal, Jonson Matthey oder auch von den deutschen Prägestätten Degussa, Heraus und Heimerle + Meule. Der Kreis der Sammler ist aber klein und der Aufpreis zum reinen Goldwert ist oft gering. Solche Goldbarren werden auch als numismatische Goldbarren bezeichnet und vor allem im Münzhandel gehandelt. Denn wenn sie bei Scheideanstalten eingeliefert werden, werden sie oft aufgrund vorhandener Benutzungsspuren eingeschmolzen.

Interessant als Sammelgebiet sind auch die chinesischen Goldbarren in Form von Schiffchen, die so genannten Tael-Goldbarren. Diese Barren sind gegossen und haben eine Bootsform. Oben und unten sind siegelartig chinesische Beschriftungen aufgestempelt. Es gibt aber auch Formen die an Blumen, Schildkröten oder Quadrate erinnern.

Tael ist ein Wort für Gewicht, stammt eigentlich aus dem Portugiesischen und wurde von den Chinesen über das malaiische Wort Tahil übernommen. Die Gewichtseinheiten für ein Tael schwankten regional beträchtlich. Es war bis ins 19. Jahrhundert üblich, Stücke von den Barren abzuschneiden, zu wiegen und dann zur Bezahlung zu verwenden. Gehandelt wurde also in der Regel nicht mit ganzen Barren, sondern mit ausgewogenen Streifen davon. Wenn genug Streifen zusammen gekommen waren, wurden sie zu einem Wechsler gebracht, der sie aufkaufte und wieder zu Barren einschmolz. Heute hat man das Gewicht eines Taels auf 50 Gramm festgelegt und damit gleichzeitig den Austausch mit dem metrischen System erleichtert. Ein Hong Kong Tael beträgt dagegen 37,79g.

Verschiedene Goldbarrenformen und Hersteller

Im Welthandel spielen kleinere Barren keine große Rolle, vielmehr wird mit standardisierten und LBMA-zertifizierten Good-Delivery-Barren gehandelt. Für Anleger gibt es aber verschiedene interessante Varianten.

Für Kleinanleger gut geeignet ist z.B. die neue Zwischengröße 2,5 Gramm, die von bekannten Herstellern, wie Degussa, Umicore, Valcambi und Heraeus geprägt wird. Diese Hersteller sind LBMA-zertifiziert und stehen auch mit ihrem bekannten Namen für die Qualität der Goldbarren. Diese Barren sind besonders als Geschenke interessant, da sie vielfach in schönen Blister-Verpackungen verkauft werden und mit besonderen Glückssymbolen oder Motiven versehen sind.

Ebenfalls interessant sind die Combibars bzw. Tafelbarren, die in Größen zu 5 Gramm, 10 Gramm, 20 Gramm, 1 Oz und 100 Gramm produziert werden. Hier können wie bei einer Schokoladentafel einzelne Stücke an einer Sollbruchselle abgebrochen werden. Auf diese Weise erhält man 1-Gramm-Barren um einiges preiswerter, als beim Einzelkauf. Auch ist es möglich, bei Bedarf Teile des Barrens zu verkaufen, statt den ganzen Goldbarren. Die Größen unter 1 Oz (Feinunze) Gewicht sind relativ neu auf dem Markt und werden von renommierten Herstellern, wie der ESG, Valcambi und Heimerle + Meule produziert.

Eine interessante Form sind auch die von Argor-Heraeus produzierten Kinebars. Diese werden sowohl für Argor-Heraeus selbst hergestellt, als auch für Auftraggeber, wie die Münze Österreich.

Hierbei handelt es sich um Goldbarren, bei denen auf der Rückseite ein Hologramm, das so genannte Kinegramm aufgebracht ist. Dieses dient in erster Linie als Sicherheitsmerkmal, um Fälschungen von Goldbarren zu erschweren, hat aber durch die Gestaltung mit verschiedenen Motiven und Ornamenten auch einen ästhetischen Reiz. Auf der vorderen Seite sehen die Kinebars wie normale Goldbarren aus und haben eingeprägte Angaben zum Hersteller, zum Feingehalt von 999,9 Promille und tragen eine Seriennummer. Die Kinebars werden in optisch ansprechenden Geschenkverpackungen ausgeliefert.

Steuerliche Freigrenze

Anlagegold ist in Deutschland derzeit von der Umsatzteuer befreit. Wenn die Goldbarren erst ein Jahr oder später nach dem Kauf verkauft werden, fallen auf mögliche Gewinne auch keine Steuern an. Vor dieser Frist sind nur Gewinne bis zu 600 € steuerfrei.

Geschichtliche Entwicklung

Gegenstände aus Gold und anderen Edelmetallen sind bekannt seit die Metallverhüttung existiert, also seit der Kupferzeit zwischen 7500 und 5500 v. Chr. Zu dieser Zeit wurden die Metalle zuerst in gediegener Form kalt geschmiedet. Durch die Erfindung der Verhüttung war dann auch die weitergehende Bearbeitung von Gold möglich. Die Schmelztemperatur von Gold ist zudem mit 1064°C im Vergleich zu andren Edelmetallen niedrig und die Herstellung von Goldbarren insgesamt recht einfach zu bewerkstelligen.

Goldbarren sind Vorläufer der Goldmünzen und wurden ab circa 2000 v. Chr. hergestellt. Selbst in römischer Zeit wurden zuerst nur Edelmetallbarren zum Handel und als Zahlungsmittel verwendet, bis die Kunst, Münzen zu prägen von den Griechen übernommen wurde. Seitdem dienen Goldbarren dem Handel und vor allem der Wertspeicherung, bis das benutzte Gold zu technischen, medizinischen oder anderen Zwecken gegebenenfalls wieder verwendet wird.

Ein wichtiger Grund für die Eroberung Amerikas durch die Spanier war das Gold, über das die Azteken verfügten. So versuchte König Montezuma die Spanier durch Goldgeschenke vom weiteren Vordringen abzuhalten, erreichte aber genau das Gegenteil. Er wurde gefangen genommen und für seine Auslösung bezahlten die Azteken einen enormen Preis in Gold, mit dem ein ganzes Zimmer gefüllt wurde. Montezuma wurde hingerichtet und die Azteken unterworfen.

Die Spanier schmolzen das meiste Gold, das sie meist in Form von Statuen, Schmuck und Kultgegenständen in ihren amerikanischen Kolonien erobert hatten vor dem Transport zu Goldbarren ein. Nur einige besonders hochqualitative Kunstgegenstände aus Gold kamen als besondere Prunkstücke nach Spanien. Die Goldbarren gelangten per Schiff nach Spanien und trugen zum wirtschaftlichen Erfolg des spanischen Weltreiches bei, vor allem zum Ausbau des Militärs. Ein großer Teil verblieb jedoch als staatliche Goldreserve. Diese wurde erst aufgelöst, als die spanische Republik im Kampf gegen General Franco und andere am spanischen Bürgerkrieg teilnehmende Staaten dringend Waffen benötigte. Diese wurden von Stalin per Schiffstransport über das Mittelmeer geliefert, als Bezahlung wurden die staatlichen Goldbarren auf dem Rückweg als Bezahlung verschifft. Deshalb liegt bis heute ein großer Teil der aus dem Aztekengold gegossenen Goldbarren in der Zentralbank in Moskau.

Gegenwärtig werden Goldbarren mit dem Good-Delivery-Status der LBMA weltweit vor allem von Banken und institutionellen Anlegern an den großen Edelmetallmärkten gehandelt. Vor allem dienen Goldbarren sowohl Privatleuten, wie auch Banken und Staaten gegenwärtig dem Werterhalt gegenüber Papiergeld und anderen Anlageformen, die in wesentlich höherem Maße von Wertverlust bedroht sind.

(ps)