Goldmünzen kaufen - Faszination

Goldmünzen kaufen - ein faszinierendes Hobby, das nicht nur dem Werterhalt und der Wertsteigerung dient, sondern auch numismatisch hochinteressant ist.

Die Übergänge zwischen dem Kauf einer reinen Anlagemünze (im Englischen Bullion genannt) und einer Sammlermünze sind fließend. Generell geben die Münzprägestätten heute meistens für die Anlage bestimmte Goldmünzen an, die in der Prägestufe Stempelglanz hergestellt werden. Der Kauf dieser Goldmünzen erfolgt daher sehr nahe am tagesaktuellen Goldkurs. Ein gutes Beispiel hierfür ist die klassische Goldanlagemünze Krügerrand.

Insbesondere die größeren Prägungen werden sehr nahe am Goldpreis gehandelt, ein Sammlerwert entsteht durch die hohe Zahl der produzierten Münzen aber nicht. Vergleichbar sind diese Münzen also mit kleinen Goldbarren, bei denen der Hersteller durch den Aufdruck Gewicht und Feinheitsgrad garantiert. Zusätzlich haben Münzen jedoch einen aufgeprägten Nominalwert, sind also gesetzliches Zahlungsmittel oder waren es zu mindestens, wenn es sich um historische Münzen handelt.

Zu unterscheiden von den Münzen sind die Medaillen, die oft als Prägungen zur Erinnerung an bestimmte Ereignisse hergestellt werden oder früher auch als diplomatisches Gastgeschenk Verwendung fanden. Hier gibt es keinen Nominalwert und oft ist der Goldgehalt geringer, als bei Münzen. Zudem existiert hier im Gegensatz zu Goldmünzen oft kein transparenter Markt, so dass der Verkauf schwierig werden kann.

Beim Kauf von Goldmünzen als Sammlermünzen kommen vor allem ältere Münzen in Frage, deren Auflage gering war oder deren Zahl z.B. durch das Einschmelzen vieler der ausgegebenen Goldmünzen wieder gesunken ist. Auch wichtig sind hierbei die Motive und der historische Hintergrund der Münzen. Von einer Sammelmünze kann immer dann gesprochen werden, wenn der Marktpreis den des Goldwertes in einem Maße überschreitet, das den Aufpreis für die Herstellungs- und Vertriebskosten deutlich übersteigt.

Umsatzsteuerbefreiung

In Deutschland ist Anlagegold derzeit von der Umsatzsteuer befreit. Das gilt auch für Goldmünzen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen:
  • Sie müssen nach dem Jahr 1800 hergestellt sein
  • Sie weisen einen Goldgehalt von wenigstens 90% auf
  • Sie waren bei der Herstellung gesetzliches Zahlungsmittel
  • Ihr Marktwert darf nicht mehr als 80% über dem reinen Goldwert liegen.

Werden diese Bedingungen eingehalten, ist die steuerbefreite Anlage in Goldmünzen ein zusätzliches Plus beim Kauf im Gegensatz zu Münzen aus anderen Metallen, wie etwa Silbermünzen, die nicht steuerbefreit sind. Interessant zu wissen: auch die Gewinne aus dem Verkauf von Goldanlagemünzen sind ab einem Jahr nach dem Kauf von der Steuer befreit.

Goldmünzen zwischen Anlagemünze und Sammelmünze

Neben Münzen, die eindeutig als Sammlermünzen anzusehen sind, wie dem sehr oft geprägten konstantinischen Solidus und anderen antiken oder mittelalterlichen Münzen gibt es auch Münzen, die sich im Übergangsfeld von Anlagemünze und Sammlermünze befinden. Diese sind beim Kauf besonders interessant, ermöglichen sie es doch, bei der Neuausgabe Goldmünzen dieser Art nahe am Goldpreis zu kaufen und später zu einem Preis deutlich über dem Goldpreis, also mit Sammleraufschlag, zu verkaufen. Ein gutes Beispiel für Goldmünzen zwischen Anlagemünze und Sammlermünze im deutschen Bereich sind die Goldmünzen des deutschen Kaiserreichs. Sie wurden ab 1870 hergestellt und liefen als normal Kursmünzen um, wurden aber ab 1900 zunehmend thesauriert. Dem Umlauf entzogen wurden sie zunehmend, nachdem die Umtauschbarkeit von Banknoten in Gold- und Silbermünzen ab Kriegsbeginn 1914 eingestellt wurde. Von den Münzen zu 5 Mark wurden kleinere Stückzahlen geprägt, um der Thesaurierung entgegenzuwirken, häufiger wurden die Goldmünzen zu 10 und 20 Mark verausgabt. Insbesondere die 20-Mark-Münze ist auch heute noch nahe dem Goldkurs zu kaufen. Unterschiede im Preis ergeben sich auch in Bezug auf die Abbildungen, so sind diejenigen aus Preußen mit dem Porträt Wilhelms II. sehr häufig und infolgedessen am preiswertesten, während solche aus anderen deutschen Staaten, etwa mit der Abbildung Ludwigs II. von Bayern für Sammler natürlich viel reizvoller sind.

Worauf man beim Kauf von neuen Goldmünzen achten soll

Bei neu ausgegebenen Goldmünzen ist es in Hinsicht auf eine über den Goldpreis hinausgehende Wertsteigerung interessant, auf limitierte Auflagen und begrenze Ausgabezeiträume zu achten. Zudem sollten eher größere Münzen ab einer Unze gekauft werden, da die kleineren Münzen schon bei der Ausgabe einen höheren Aufschlag zum aktuellen Goldpreis haben. Oft können Motivmünzen schon im ersten oder zweiten Jahr nach der Ausgabe erhebliche Sammlergewinne erzielen. Dem Anleger ist zu empfehlen, sich hierbei vor allem auf Einzelmünzen zu konzentrieren, denn das Sammeln ganzer Münzserien verspricht leider keine wesentlich höheren Wertsteigerungen.

Was man beim Kauf von Goldmünzen in Bezug auf den Goldwert beachten sollte:

  1. Stellen Sie sicher, dass sie echte Goldmünzen erhalten. Hierfür gibt es verschiedene Prüfmethoden. Im Zweifel lassen Sie die Münze von einem Händler vor Ort prüfen.
  2. Wichtig ist auch der Feingehalt der Goldmünze, aus dem sich der absolute Goldgehalt der Münze ergibt. Während der Krügerrand, der seit 1967 hergestellt wird und damit eine der ersten Anlagemünzen war, einen Goldgehalt von 91,67% hat, haben neuere Anlagemünzen meist einen höheren Goldgehalt von 99,99%. Beispiel dafür ist das seit 1986 herausgegebene Kangaroo der Perth Mint, früher Nugget genannt.

Die meisten der beliebtesten Anlagemünzen, wie der American Eagle, der Gold Wiener Philharmoniker, der Maple Leaf und die zweite Lunarserie haben heute ebenfalls einen Goldgehalt von 99,99%. Einige Exemplare des Maple Leaf wurden sogar mit einem Feingehalt von 99,999% (Five Nine) hergestellt, der höchste Reinheitsgrad, der technisch zu erzielenen ist. Dem hingegen hat die traditionelle amerikanische Anlagenmünze American Gold Eagle ebenfalls einen Goldgehalt von 916,67%.

Goldmünzen werden üblicherweise in bestimmten Gewichtsstufen ausgegeben. Üblich sind eine Unze Gold (31,1 Gramm), eine halbe Unze, eine zehntel Unze und eine zwanzigstel Unze. Beim Kauf von Bullionmünzen ist zu den schwereren Münzen zu raten, da ihr Preis näher am Goldpreis liegt.

Wissenswertes über Goldmünzen

Die größte Goldmünze der Welt ist derzeit mit einer Tonne Gewicht das Red Kangaroo der Perth Mint. Eine Münze dieser Größe wird nicht mehr geprägt, sondern, genau wie Goldbarren, gegossen. Die feinere Ausgestaltung der Münzoberfläche wird dann mit dem Meißel per Hand vorgenommen. Das Red Kangaroo wurde an verschiedenen Orten ausgestellt und dient gleichfalls als Leistungsbeweis und Werbemittel der Perth Mint.

Die zweitgrößte Goldmünze der Welt ist der kanadischer Maple Leaf mit einem Gewicht von 100 Kilogramm. Von ihm wurden 15 Stück hergestellt. Eine dieser Goldmünzen kann in der Münzabteilung des Bodemuseums in Berlin besichtigt werden.

Nicht immer steigen ältere Goldmünzen im Wert: beim Krügerrand sind ältere Jahrgänge oft weniger wert, als die neueren Ausgaben. Das kommt daher, dass hier durch die Benutzung ein gewisser Abrieb an den Münzen geschehen ist. Aus diesem Grund ist es inzwischen üblich, Goldmünzen in durchsichtigen Plastikkapseln oder anderen geeigneten Verpackungen zu lagern.

Im Mittelalter wurde durch Abfeilen des Randes der Münzen Goldstaub gewonnen, wodurch die Münzen sich natürlich, insbesondere beim mehrfachen Wiederholen des Abfeilens durch verschiedene Besitzer, der Wert erheblich verminderte. Durch die Riffelung oder Beschriftung des Randes moderner Münzen wurde dieses Problem nahezu eliminiert.

Geschichte und Entstehung der Goldmünzen

Goldbearbeitung ist seit der Kupferzeit 5500 bis 7500 v. Chr. bekannt. Da Gold in gediegener Form vorkommt, wurde es zuerst kalt geschmiedet. Einige Zeit später konnten mit dem Einschmelzen von Gold konnten im Gegensatz zum Kaltschmieden auch anspruchsvollere Gegenstände hergestellt werden. Dies waren vor allem Kultgegenstände, aber auch Schmuck. Als Metall für Münzen wurde um 2000 v. Chr. vor allem Bronze verwendet.

Die ersten Goldmünzen wurden von König Gyges von Lydien um das Jahr 670 v.Chr geprägt. Zuerst hatten die lydischen Goldmünzen eine Klumpenform und bestanden aus einer Mischung aus Silber und Gold. Um 600 v. Chr. wurden unter König Kroisos dann auch Bilder auf die Münzen geprägt und die Goldmünzen weiter normiert. Da die griechischen Goldminen jedoch bald erschöpft waren, wurden von den Griechen wenige Goldmünzen hergestellt.

Goldmünzen wurden vor allem im Perserreich geprägt, die so genannten Goldstater. Auch die Kelten prägten aufgrund ihrer großen Goldvorkommen ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. viele Goldmünzen. Die Motive waren jedoch wesentlich einfacher, als die auf den oft künstlerisch hochwertig gestalteten griechischen Münzen.

Obwohl in Ägypten Gold aus dem Sand des blauen Nils gewonnen wurde, wurden in Ägypten Goldmünzen nur ausnahmsweise geprägt, so etwa zur Entlohnung fremder Truppen, wie unter Pharao Nektanebos III., der damit Soldaten aus Griechenland bezahlte.

Die Römer verwendeten als Zahlungsmittel zuerst Metallbarren, übernahmen dann aber die Münzprägekunst von den Griechen. Während die ersten römischen Münzen in Form und Motivik noch sehr grob waren, verfeinerte sich die Technik rasch. Die ersten römischen Goldmünzen wurden um 225 v. Chr. hergestellt. Unter Caesar nahm die Produktion von Goldmünzen zu, da dieser große Mengen Gold in Gallien erobert hatte. Seit Augustus trugen die Goldmünzen das Bild des Kaisers. Legendär und bis ins Mittelalter verwendet wurde der konstantinische Solidus.

Künstlerisch sehr reizvolle Goldmünzen wurden in Indien um 350 bis 450 zur Zeit des Gupta-Reichs hergestellt. Die Goldmünzenherstellung setzte sich unter der Mogulnherrschaft fort, bis diese durch britische Einflüsse in Indien weitgehend beendet wurde.

Im europäischen Mittelalter verschob sich die Währung zu den Silbermünzen, die häufiger als Goldmünzen hergestellt wurden. Nach den Golderwerbungen im spanischen Kolonialreich wurden jedoch besonders in Spanien wieder viele Goldmünzen geprägt, was zu einem Kursverfall der Goldmünzen gegenüber den Silbermünzen führte.

In der Neuzeit entwickelte sich die Münzwährung vom Bimetallismus zum Goldstandard ab circa 1870, der die jederzeitige Umtauschbarkeit des Papiergeldes in Goldmünzen garantierte. Dieser Goldstandard wurde mit Beginn des ersten Weltkrieges von vielen Ländern aufgegeben. Ab 1937 verschwanden die letzten Goldmünzen aus dem Zahlungsverkehr. Um eine Flucht in Goldwerte zu verhindern, gab es in vielen Ländern ab den dreißiger Jahren ein Verbot des privaten Goldbesitzes, so auch in den USA ab 1933. In der Folge stiegen die Preise für Goldmünzen in den USA stark an. Das Verbot wurde 1974 von Präsident Gerald Ford aufgehoben.

Goldmünzen als Anlagenmünzen wurden insbesondere wichtig seit 1971, nachdem Präsident Nixon den festen Umtauschkurs des Dollars von 35$ zu einer Unze Gold aufhob. Der Goldpreis stieg und viele, bis heute beliebte Anlagemünzen wurden herausgegeben, während vorher als Anlagemünze fast nur der südafrikanische Krügerrand zur Verfügung stand. So wurde ab 1979 der kanadische Maple Leaf geprägt, dem ab 1981 der mexikanische Libertad folgte. Seit 1982 erschien der China Panda, gefolgt 1986 vom American Eagle aus den USA und dem australischen Nugget, das heute Kangaroo heißt. Schließlich erschien seit 1989 der Wiener Philharmoniker aus Österreich und seit 1996 die erfolgreiche Lunarserie aus Australien.

Während Goldmünzen als Kursmünzen also seit Jahrzehnten verschwunden sind, erfreuen sich Goldmünzen als Anlagemünzen weiterhin steigender Beliebtheit.

(ps)