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2017-12-13 10:02:01
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EUR 2kg 54.898,864 54.912,894
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Palladium

Palladium wurde nach dem Planetoiden Pallas benannt und hat das chemische Symbol Pd. Es ist ein chemisches Element aus der achten Gruppe des chemischen Periodensystems und gehört zur Gruppe der Platinmetalle. Seine Dichte beträgt bei 25°C 11,8 g/cm. Der Schmelzpunkt liegt bei 1554,9°C und der Siedepunkt bei 2963°C. Palladium hat bei 20°C eine elektrische Leitfähigkeit von 9,48 ∙ 106 S/m, eine spezifische Wärmekapazität bei 25°C von 0,246 J/(g ∙ k) und eine Wärmeleitfähigkeit von 71,8 W/(m ∙ k) bei 27°C.

Das Edelmetall hat eine helle, silbrige Farbe, es ist hart, zäh und dehnbar. Palladium kann in Königswasser und rauchender Salpetersäure gelöst werden. Von mineralischen Säuren wird es bei 18°C jedoch kaum angegriffen. Kennzeichnend ist seine große Aufnahmefähigkeit für Wasserstoff. So kann Palladiumschwamm, also fein verteiltes Palladium, das 850-fache des eigenen Volumens aufnehmen. Palladium-Mohr, also feinstverteiltes Palladium, kann sogar das 1200-fache aufnehmen und Palladium in kolloidaler Lösung das 3000-fache des eigenen Volumens an Wasserstoff aufnehmen. Hierbei geben die Wasserstoffatome die Elektronen an das Elektronengas der Leitungselektronen des Palladiums ab. Diese Tatsache macht Palladium als Katalysator für verschiedene Reduktionsanwendungen besonders geeignet, es dient daher auch als Katalysator zum Hydrieren. Wenn Palladium erhitzt wird, ist es für Wasserstoff bedingt durchlässig und kann deshalb zu dessen Reinigung eingesetzt werden.

Geschichte

Als zwei Londoner Chemiker Anfang des 19. Jahrhunderts Schmugglern aus Südamerika Platin abkauften, fanden sie nach der Lösung in Königswasser schwarze Rückstände vor.Später konnte der englische Chemiker und Physiker William Hyde Wollaston die Substanz unter Zugabe von Quecksilbercyanid und Hitze isolieren, als er 1803 an einem Verfahren zur Verarbeitung von Platinerzen arbeitete. Er fand das unbekannte, silbrig glänzende Metall in in Königswasser gelösten Proben von Platin und benannte es nach dem gerade entdeckten Asteroiden Pallas, der nach der griechischen Göttin Pallas Athena benannt ist.

Für das Verfahren, Palladium als Katalysator zur Verbindung von Kohlenstoffatomen zu komplexen Molekülen einzusetzen wurde 2010 der Nobelpreis für Chemie für durch Palladium katalysierte Kreuzkupplungen an Richard F. Heck, Ei-ichi Negishi aus den USA und Akira Suzuki aus Japan verliehen. Der Palladium-Katalysator erlaubt es dabei, Kohlenstoff-Atome direkt miteinander zu verbinden, die sonst sehr stabil sind und nicht mit anderen Kohlenstoffatomen reagieren.

Wichtige Handelsplätze

Das Handelszeichen für Palladium ist XPD und die Internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) ist XC0009665529. An der Tokyo Commodity Exchange (TOCOM) werden Futures auf Palladium gehandelte, ebenso wie an der New York Mercantile Exchange (NYMEX). Nachdem im Jahr 2000 der Terminhandel mit Palladium an der TOCOM beschränkt wurde, sind die Anteile am Palladiumhandel ungefähr gleich auf die TOCOM und die NYMEX verteilt.

Beim physischen Handel mit Palladium ist der wichtigste Handelsplatz der London Platinum and Palladium Market (LPPM). Hier werden standardisierte Barren gehandelt, die den Good-Delivery-Status haben und damit bestimmte Qualitätsmaßstäbe erfüllen. Ein bedeutender Handelsplatz für Palladium ist auch Zürich.

Nachdem bereits 1973 die London Platinum and Palladium Quotation durchgeführt wurde, findet seit 1987 nach Gründung des London Platinum and Palladium Market ein regelmäßiges Fixing statt. Ziel ist es dabei, so viele Transaktionen wie möglich zu einem Fixpreis durchzuführen. Dabei findet jeweils ein Fixing um 9 Uhr 45 Ortszeit und eines um 14 Uhr Ortszeit statt. Das Fixing findet unter Vorsitz der Standard Bank statt, außerdem sind als Mitglieder des LPPM Vertreter von Engelhards Metals, Goldman Sachs International, der HSBC Bank USA London Branch und von Johnson Matthey beteiligt.

Vorkommen und Palladiumgewinnung

Palladium kann aus palladiumhaltigen Legierungen in Sedimenten von Flüssen gewonnen werden, diese sind jedoch inzwischen weitgehend abgebaut, so dass der größte Teil der gegenwärtigen Palladiumförderung aus Kupfererz und Nickelerz bezogen wird. Palladium fällt dabei bei der Zerlegung der Erze in ihre chemischen Elemente an.

Die größte Fördermenge an Palladium stammt derzeit aus Russland und Südafrika. Wesentlich geringeren Anteil an der Weltfördermenge haben Südafrika und Kanada. Über die größten Reserven verfügt jedoch mit über 95% Südafrika, das ebenfalls über die größten Reserven bei den anderen Platinmetallen verfügt.

Bedeutend ist auch die Gewinnung von Palladium aus recycelten Wertstoffen, insbesondere aus Altkatalysatoren. Auch aus alten Brennstäben von Kernkraftwerken kann das Metall gewonnen werden.

Verarbeitung und Verwendung

Palladium ist in feiner Verteilung ein hervorragender Katalysator, um chemische Reaktionen zu beschleunigen und findet insbesondere bei Dehydrierung und Hydrierung Verwendung, also dort, wo Wasserstoff addiert oder eliminiert werden soll. Außerdem sind Palladiumkatalysatoren geeignet zum so genannten Cracken von Kohlenwasserstoffen, einem Verfahren, das bei der Erdölverarbeitung angewendet wird, um Benzin, Diesel und Heizöl herzustellen. Vermehrt findet Palladium aufgrund des gegenüber Platin günstigeren Preises auch in Katalysatoren zur Filterung von Automobilabgasen Verwendung. Katalysatoren auf Palladiumbasis werden auch auch in der Nanotechnologie verwendet.

Weitere wichtige Verwendungsgebiete sind die Schmuck- und Uhrenindustrie, die Zahnmedizin und die Verwendung zur Herstellung von Gefäßen chemischer Labore. Palladium dient zur Herstellung von Palladiummünzen und Palladiumbarren, von Federn für Füllfederhalter und zur Beschichtung von Leiterplatten. Es ist zudem Hauptbestandteil des neu entwickelten metallischen Glases, das durch hohe Widerstandsfähigkeit und geringe Sprödigkeit hervorsticht.

Palladium als Wertanlage

Palladium ist als Wertanlage wenig verbreitet, deshalb ist der Aufschlag auf den Börsenpreis höher, als bei in höherem Masse verbreiteten Anlagemetallen, wie Gold und Silber. Es gibt jedoch Palladiumbarren in Stückelungen zu einer Unze, zu 50 Gramm, zu 100 Gramm, zu 500 Gramm und zu einem Kilogramm, deren Feinheitsgehalt 999,5 Promille beträgt. Zudem werden auch Tafelbarren angeboten, die in Barren von je einem Gramm trennbar sind. Barren bis zu einem Gewicht von 500 Gramm werden meist gestanzt, solche ab 500 Gramm werden gegossen, so dass sie eine etwas mattere Oberfläche aufweisen. Außerdem gibt es einige Anlagemünzen mit einem Gewicht von einer Unze, also 31,3 Gramm, so die Bounty aus Neuseeland zum Nennwert von 50 Cook Island Dollar, den australischen Emu und den kanadischen Maple Leaf. Die russische Anlagemünze Ballerina wird inzwischen nicht mehr geprägt. Seit 1967 gibt Tonga den Tonga Palladium Hau heraus. Palladiummünzen wurden auch von den Bermudas, China, Frankreich, der Isle of Man, Palau, Portugal, der Schweiz, der Slowakei und Russland herausgegeben.

Derzeit beträgt die Mehrwertsteuer bei Palladium 19%.

Außerdem ist es möglich an der Börse Exchange Traded Funds (ETFs), Zertifikate und Fonds auf Palladium zu kaufen. Dabei sollte beachtet werden, dass Zertifikate auch von der Solvenz des Emittenten abhängig sind. Sie sind also nicht so sicher wie physisches Palladium.

Aufschlussreich ist auch das Verhältnis des Preises zwischen Platin und Palladium. Da beide Metalle in ähnlicher Weise verwendet werden, zeigt ein Palladiumpreis, der deutlich unter dem von Platin liegt eine Unterbewertung von Platin an und kann somit gegebenenfalls als Kaufsignal gewertet werden. Ebenso zeigt ein Palladiumpreis der deutlich über dem von Platin liegt eine Überbewertung von Platin an. Da Palladium in höherem Maße von der Industrie benötigt wird, als Platin, sinkt der Palladiumpreis in wirtschaftlichen Krisen oft stärker als der von Platin. So war der Palladiumpreis bis 1919 höher als der von Platin, seit 1920 liegt der Preis von Platin aber meist höher als der von Palladium. Zwischen 1970 und 1980 hat sich der Palladiumkurs verneunfacht. Seitdem befindet sich der Palladiumpreis generell in einer Aufwärtsbewegung, die sich ab 2003 beschleunigt hat. Er verfiel jedoch in der Finanzkrise ab 2007 und erreichte im Dezember 2008 einen Tiefstand von 161$. Seitdem hat sich der Kurs erholt und erreichte 2014 mit 876$ einen neuen Höchststand seit 13 Jahren. Grund dafür war die hohe Nachfrage für den Bau von Katalysatoren und der Streik südafrikanischer Minenarbeiter. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Palladium weiter ansteigen wird und die Produktionsmenge geringer als die von der Industrie benötigte Menge sein wird.