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2017-10-19 07:36:01
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EUR 100,0g 2.506,881 2.507,518
EUR 200,0g 5.013,762 5.015,037
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EUR 500,0g 12.534,404 12.537,592
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Platin

Platin hat das chemische Zeichen Pt und ist ein chemisches Element aus der achten Gruppe der chemischen Tabelle mit der Ordnungszahl 78. Es ist Hauptelement der Gruppe der Platinmetalle. Platin ist ein grauweiß bis silberfarben glänzendes Edelmetall und ist an der Luft und gegen Säuren, die nicht oxidieren, beständig. Unter höherer Temperatur reagiert es mit einigen chemischen Elementen, wie Arsen, Antimon, Phosphor, Schwefel, Selen, Silicium, Blei und anderen Schwermetallen. Wenn Platin an der Luft erhitzt wird, entsteht in geringer Menge Platindioxid (PtO2) Adams's catalyst, das jedoch ab einer Temperatur von 1200°C wieder zersetzt wird. Platin ist in Königswasser löslich und wird von geschmolzenen Alkalien unter Anwesenheit von Sauerstoff zersetzt. Der Schmelzpunkt des Edelmetalls liegt bei 1768,4°C und der Siedepunkt bei 3825°C. Platin hat bei 20°C eine geringe elektrische Leitfähigkeit von 9,43 ∙ 106 S/m. Die Dichte bei 20°C beträgt 21,45 g/cm3.

In der Natur kommt Platin fast ausschließlich in gediegener, also reiner Form vor. Meist wird es mit den anderen Platinmetallen zusammen an einer Lagerstätte gefunden. Der Platingehalt in der oberen Erdkruste ist mit durchschnittlich 0,05g pro Tonne sehr gering. Eine Ausbeutung erfordert eine Lagerstätte mit wesentlich höherem Gehalt. Es ist anzunehmen, dass der Gehalt im Erdkern wesentlich höher ist, ebenso, wie in Meteoriten, in denen der Gehalt durchschnittlich bei 20g pro Tonne liegt.

Geschichte

Platin wurde bereits im alten Ägypten in Schmuck verarbeitet. Außerdem war es Bestandteil von Goldlegierungen indigener Völker Südamerikas. Seinen Namen erhielt es in den spanischen Kolonien Amerikas, wo es als „Platina“, also als Verkleinerungsform von Silber bezeichnet wurde, da es ein unerwünschtes Begleitelement bei der Goldsuche war. Die Trennung von Gold war damals schwierig, da Platin ein ähnliches spezifisches Gewicht, wie Gold aufweist. Es wurde daher auch zur Verfälschung von Gold verwendet, woraufhin Spanien ein Exportverbot erließ.

Erstmals wurde Platin in Europa von Julius Caesar Scaliger im 18. Jahrhundert als nicht einschmelzbares Metall beschrieben. Ein ausführlicherer Bericht über Platin folgte 1748 von Antonio de Ulloa. Ab 1750 wurde erstmals von William Brownrigg gereinigtes Platinpulver hergestellt. Das erste industrielle Verfahren zur Platingewinnung wurde 1783 von Bernard Guyton de Morveau entwickelt. Der Platinpreis war zunächst lange Zeit deutlich niedriger als der von Gold, was in den fehlenden Verwendungsmöglichkeiten für Platin begründet war. Der Preis stieg jedoch in den Jahren 1880 bis 1900 aufgrund des gestiegenen industriellen Bedarfs stark an und erreichte die Höhe des Goldpreises. Im ersten Weltkrieg stieg der Preis auf den fünffachen Goldpreis. Mit der Entdeckung großer Platinvorkommen in Südafrika 1924 verfiel der Preis jedoch bis auf den einfachen Goldpreis 1931, wozu auch die gesunkene Nachfrage aufgrund der Weltwirtschaftskrise beitrug. Besonders nach dem zweiten Weltkrieg stieg der Preis aufgrund hoher Nachfrage wieder an, um 1958 einen Tiefpunkt mit 53,50$ pro Feinunze zu erreichen. Nach dem darauf folgenden Anstieg erreichte er 1972 einen weiteren Tiefpunkt. Seitdem stieg der Preis mit Schwankungen kontinuierlich wieder an, wozu auch die Flucht in Sachwerte und eine erhöhte Nachfrage beitrug.

Wichtige Handelsplätze

Platin wird an der Börse unter dem Handelssymbol XPT gehandelt, die internationale Wertpapierkennummer oder ISIN ist XC0009665545. Gehandelt wird in Feinunzen, also 31,1g. Futures werden an der Tokyo Commodity Exchange (TOCOM) und der New York Mercantile Exchange (NYMEX) gehandelt. Der wichtigste Handelsplatz für physisches Platin ist der London Platinum and Palladium Market (LPPM). Hier sind nur Platinbarren bestimmter Hersteller zugelassen, die den Good-Delivery-Status besitzen und dafür bestimmte Anforderungen erfüllen. Außerdem wird von fünf Mitgliedsbanken des London Platinum and Palladium Market von Montags bis Freitag zweimal täglich, nämlich um 9.45 und 14.00 Ortszeit ein Platinfixing durchgeführt. Ziel ist es dabei, möglichst viele Transaktionen zu diesem Fixpreis durchführen zu können.

Platin als Anlage

Platinanlegern stehen an der Börse gehandelten Platinzertifikate, Exchange Traded Funds (ETFs) und Fonds zur Verfügung, sie können aber auch in physischem Platin anlegen. Hierfür bieten sich Platinbarren und Schmuck an. Aber es gibt auch einige Platinanlagemünzen, unter anderem der Platinum Canadian Maple Leaf, der American Platinum Eagle, der Platin Noble von der Isle of Man, der chinesische Panda und der australische Koala. In Russland wurde der Platinrubel geprägt, der im Gewicht von 10,3 Gramm, 20,6 Gramm und 21,2 Gramm hergestellt wurde. Der Kauf von Platin wird in Deutschland mit einer Umsatzsteuer von 19% besteuert.

Aufgrund der wirtschaftlich bedingten unterschiedlichen Nachfrage ist der Platinpreis als sehr volatil einzustufen. Da der Platinmarkt im Gegensatz zum Goldmarkt viel kleiner ist, kann es auch durch größere Aufkäufe zu Kurssprüngen kommen. Da der größte Teil der Platinproduktion aus Südafrika kommt, ist der Platinpreis in hohem Maß von der Entwicklung in Südafrika abhängig. So hat der Streik der südafrikansichen Minenarbeiter 2012 den Platinpreis ansteigen lassen.

Verwendung

Platin, das auch in Legierungen Verwendung findet, ist vor allem bedeutend in der medizinischen Technik, in der Luftfahrt und Raumfahrt, in der Elektrotechnik und bei Laborgeräten. Es findet Verwendung in Elektroden und Thermometern, außerdem dort, wo Produktionsgeräte gegen Korrosion geschützt werden sollen, zum Beispiel bei Spinndüsen in der Textilindustrie. Viel Platin wird außerdem in der Schmuckindustrie verwendet. Außerdem werden aus Platin Schreibfedern und Anlagemünzen, so wie Barren hergestellt. Die bedeutendste Verwendung findet Platin als Katalysator. Dabei wird das Metall in feiner Verteilung auf Drahtnetze oder andere Träger aufgebracht oder als Platinschwamm oder Platinpulver wirksam. So katalysiert es die Verbrennung von Ammoniak zu Stickoxiden bei der Herstellung von Salpetersäure, zudem oxidiert es Schwefeldioxid zu Schwefeltrioxid bei der Herstellung von Schwefelsäure. Weitere Katalysatoren finden Verwendung bei der Reinigung von Autoabgasen und in der petrochemischen Industrie.

Vorkommen

Die größten Platinvorkommen finden sich in Südafrika, wo 1924 das Merensky Reef entdeckt wurde. Es wurde ab den fünfziger Jahren ausgebeutet und heute ist Südafrika mit 139 Tonnen pro Jahr der größte platinfördernde Staat. Der zweitgrößte Produzent ist Russland mit der Mine in Norilsk und einer jährlichen Fördermenge von 26 Tonnen. Kanada fördert aus seiner Mine in Sudbury 10 Tonnen pro Jahr. Weltweit gibt es ungefähr 380 bekannte Lagerstätten.

Gewinnung

Platin wird einerseits als Mineral abgebaut, etwa im Merensky Reef in Südafrika, im Great Dyke im Simbabwe und in Stillwater in den USA. Hier kommt es sowohl als mineralisches Platin wie auch im Verbund mit Sulfiden, Chromeisenerzen und Magnetkiesen in Form der Mineralien Cooperit und Sperrylith vor. Viel häufiger wird Platin jedoch als Nebenprodukt bei der Gewinnung anderer Metalle, wie Kupfer und Nickel gewonnen, wie dies im russischen Norilsk und in Greater Sudbury in Kanada der Fall.

Das Platin wird aus den Erzen durch Einwirkung fließender Wasser in Seifenlagerstätten angereichert. Anschließend entfernt man die unedlen Metalle, wie Nickel und Kupfer. Bei der anschließenden Zerlegung werden die dem Platin sehr ähnlichen Platinmetalle Ruthenium und Osmium entfernt. Die übrigen Metalle werden als Komplexsalze kristallisiert und durch Flüssig-Flüssig-Extraktion getrennt. Platin wird dabei in Form von Ammoniumhexachloroplatinat ausgefällt und unter Zuführung von Hitze in Metall überführt, das durch weitere Raffinierung einen Reinheitsgehalt von 999,999% erhält.

Auch das Recycling insbesondere von Platinkatalysatoren spielt bei der Platingewinnung eine immer größere Rolle und hat bereits einen Anteil von über 10% der Gesamtplatinproduktion. Hierbei wird Platin durch Oxidation entweder in Königswasser oder in einer Mischung aus Schwefelsäure und Wasserstoffperoxid gelöst. Durch Reduzierung kann Platin dann aus den dabei entstandenen Säuren gewonnen werden.

Ein neues Verfahren erlaubt es, Platin elektrochemisch in einer Mischung aus Zinkchlorid und ionischer Flüssigkeit zu gewinnen. Das Platin wird als Anode eingesetzt und die ionische Flüssigkeit auf 100°C erhitzt, wodurch das Platin sich auflöst. Anschließend wird es an der Trägerelektrode als reines Metall abgeschieden.