Silberbarren

Silberbarren kaufen - Werte sichern

Das weiche, weiß glänzende und leicht verformbare Silber wird in vielen Formen als Sammelobjekt oder Wertanlage verwendet. Besonders beliebt ist die Verwendung von Silber in Schmuck, Essbesteck und Geschirr, aber auch in Form von Kerzenhaltern und als Münzsilber. Eigentlich sind Silberbarren nur als reine Anlageform gedacht, doch werden ältere und seltene Silberbarren auch als Sammelobjekte gehandelt. Während der Silbergehalt von Silberbarren meist 999 Promille beträgt, wobei 999,9 Silberbarren von Doduco und der RCM eine Ausnahme bilden, ist der Silbergehalt von anderen Silbergegenständen unterschiedlich hoch, da hier oft andere Metalle beigemischt sind, um den Härtegrad zu erhöhen. Wenn der Gehalt nicht in Form einer Punze vermerkt ist, muss er erst ermittelt werden, dies kann durch Prüfung durch einen Silberhändler geschehen oder durch Einschmelzen des ganzen Gegenstandes in einer Scheideanstalt.

Da Silber auch in der Industrie und in chemischen Laboren, so wie als Katalysator ein gefragter Rohstoff ist, wird eine Nachfrage nach Silber immer vorhanden sein. ( s.a. Silberpreis ) Deshalb ist weder der Kauf noch der Verkauf von Silberbarren ein Problem.

Silberbarren kaufen und verkaufen

Für den Handel an den internationalen Rohstoffmärkten, wie zum Beispiel dem London Bullion Market gibt es Silberbarren, die bestimmte Anforderungen erfüllen müssen. Sie benötigen einen Feingehalt von 999 Promille, ein Gewicht zwischen 350 und 430 Unzen und einen Vermerk des Herstellers und eine Identifikationsnummer. Diese standardisierten Barren mit dem Good Delivery Status sind dann weltweit ohne weitere Prüfung handelbar und werden auch von jeder Bank gekauft. Weitere wichtige Märkte für den Kauf von Silberbarren sind in Zürich, an der COMEX und NYMEX in New York sowie in Hong Kong.

Für den Privatanleger sind diese Silberbarren aber meist zu schwer. Deshalb ist es für den Privatgebrauch üblich, Silberbarren in niedrigeren Gewichtsstufen von 1 oz, 50 Gramm, 100 Gramm, 250 Gramm, 500 Gramm, 1 Kilogramm, 5 Kilogramm und 15kg zu kaufen. Die kleineren Silberbarren bis zu einem Gewicht von 100 Gramm werden dabei üblicherweise wie Münzen geprägt, die schwereren werden gegossen. In jedem Fall sind auch hier auf den Silberbarren der Hersteller, das Gewicht und der Feingehalt vermerkt.

Silberbarren können bei Banken gekauft und verkauft werden, aber auch von und an Edelmetallhändler sowie von und an private Investoren, etwa über Online-Auktionshäuser. Die Sicherheit, Silberbarren in einwandfreier Qualität zu erhalten ist bei geprüften Händlern, die auch im Internet Silberbarren kaufen und verkaufen natürlich höher.

Für manchen Anleger ist es zudem interessant, die Silberbarren vor Ort anonym zu kaufen und zuhause zu lagern. Denn trotz des Kursverlaufs sind Silberbarren eine Anlage, die auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und beim Verfall von Währungen ihren Wert behalten wird. Auch einer Besteuerung von Vermögen und Gewinnen kann mit Silberbarren begegnet werden, insbesondere, wenn diese privat gelagert werden und somit dem Zugriff anderer Personen und Institutionen entzogen bleiben.

Bekannte und international anerkannte Hersteller von Silberbarren sind unter anderem Argo, Umicore, Heraeus und Valcambi. Silberbarren von Degussa sind ebenfalls international akzeptiert und angesehen, werden jedoch von Degussa nicht mehr hergestellt. Aus diesem Grund ist Degussa auch kein LBMA-zertifizierter Hersteller mehr, aber die von Degussa hergestellten Barren mit den entsprechenden Eigenschaften sind natürlich LBMA-zertifiziert.

Für Sammler sind insbesondere historische Silberbarren, etwa von Rothschild interessant. Aber auch aus der heutigen Produktion kann man interessante Silberbarren zum Sammeln kaufen. Insbesondere bei den Silberbarren zu 100 Gramm gibt es für Sammler zahlreiche Barren mit zum Teil sogar farbiger Motivgestaltung. Beliebt sind besonders Motive mit Tierdarstellungen. Diese Barren werden zum Teil auch in der Prägequalität Polierte Platte hergestellt, bei der nicht nur der Prägestempel, sondern auch der Barrenrohling poliert ist. Beliebte Motivbarren dieser Art sind zum Beispiel der Maple Leaf Silberbarren aus Kanada oder der Silberbarren Rose of Dubai.

Teilweise werden Motivbarren mit erheblichem Aufschlag verkauft, hier sollte der Käufer überlegen, ob der Sammelwert den Aufpreis rechtfertigt oder ob er nicht einfacher gestalteten Anlagebarren den Vorzug geben will. Einige Barren werden auch nachträglich mit Motiven versehen, um ihre Attraktivität für Sammler zu erhöhen.

Besteuerung von Silberbarren

Silberbarren unterliegen zwar der Umsatzsteuer, die Gewinne aus dem Verkauf von Silberbarren sind jedoch ab einem Jahr nach dem Kauf von der Steuer befreit und unterliegen auch nicht der Abgeltungssteuer. Die so entstandenen Gewinne müssen auch nicht der Steuererklärung angegeben werden. Der Kauf von Silberbarren ist also auch in steuerlicher Hinsicht sowohl als Wertspeicher wie auch als Anlage durchaus attraktiv.

Münzbarren als besondere Form der Silberbarren

Es gibt es auch so genannte Münzbarren, bei denen ein Münzmotiv aufgeprägt ist. Wegen des Nennwertes der Münzen gelten sie als Zahlungsmittel und konnten so bis zum Ende des Jahres 2013 von einer günstigeren Besteuerung von 7 % profitieren. Seit der neuen Besteuerung ab 2014 besteht jedoch in dieser Hinsicht kein Vorteil mehr gegenüber klassischen Silberbarren. Jedoch können auch diese Barren beim Import oder Reimport von der Differenzbesteuerung profitieren, bei der der Einfuhrzollbescheid einschließlich der Nebenkosten zur Grundlage der Besteuerung wird. Besteuert wird dann lediglich die Differenz zwischen Einkaufspreis einschließlich der Nebenkosten und dem Verkaufspreis, wodurch der Name Differenzbesteuerung entstand.

Da Münzbarren inzwischen weniger üblich sind, kommen sie gegebenenfalls auch als Sammelobjekte in Frage.

Silberbarrenformen und Hersteller

Eine wesentliche Unterscheidung betrifft geprägte und gegossene Silberbarren. Geprägte Silberbarren sind schärfer konturiert und können, ähnlich wie Silbermünzen, mit eingeprägten Motiven versehen sein. Gegossene Barren weisen rundere Kanten auf und werden mit der Angabe des Herstellers, des Feingehalts und in der Regel einer Nummer gestempelt. Auch hier finden sich gelegentlich Motive. Aufgrund ihrer poröseren Struktur werden gegossene Silberbarren eher anlaufen, als geprägte Barren, was jedoch beim Verkaufserlös in der Regel keinen Unterschied macht. Das Anlaufen von Silberbarren entsteht durch den in der Luft enthaltenen Schwefelwasserstoff, mit dem das Silber reagiert und mit ihm Silbersulfid (Ag2S) bildet. Durch die porösere Struktur gegossener Barren wird dieser Effekt verstärkt.

Interessant für Kleinanleger und Anleger, die kleinere Einheiten an Barren preiswert erwerben wollen sind die die Silbertafeln, die durch Bruchkanten in kleinere Einheiten von meist einem Gramm zerlegbar sind. Sie werden unter dem Namen CombiBar zum Beispiel von Valcambi hergestellt, aber auch von der ESG oder als Agenturausgaben wie Cook Islands. Anleger sollten aber beachten, dass es eventuell schwieriger ist, Einzelstücke von Silbertafeln zu verkaufen und sich dies auf den Verkaufswert negativ auswirken kann.

Generell kann gesagt werden, dass der Preis von Silberbarren um so näher am Marktpreis für Silber sein wird, je schwerer die Barren sind, da dann die Herstellungskosten und die Kosten für die Auslieferung im Verhältnis zum Gesamtgewicht geringer sind.

Geschichte der Silberbarren

Silber wird seit dem 5. vorchristlichen Jahrtausend gewonnen. Aus Silber wurden vor allem Kultgegenstände, Statuen und Vasen hergestellt.

Silberbarren wurden seit circa 2000 vor Christus gegossen. Sie erfüllten damals sowohl die Funktion transportabler Wertspeicher als auch eine Währungsfunktion. Silberbarren wurden nicht nur umgegossen, sondern auch Stücke von den Barren zur Bezahlung abgeteilt. Erst mit dem Aufkommen der Silbermünzen verloren Silberbarren ihre Funktion als Währung. Sie erhielten sich aber bis heute ihre Funktion als Wertspeicher und Rohstoffdepot zur Anfertigung von Gegenständen aus Silber.

In China waren Münzen aus Edelmetall lange Zeit völlig ungebräuchlich. Ihren Platz nahmen Kupfermünzen und teilweise Papiergeld ein. Da Kupfermünzen aber für größere Geschäfte zu schwer waren und die Chinesen zu Papiergeld zu Recht kein Vertrauen hatten, blieben Silberbarren eine lange Zeit über die beständigste Werteinheit. Der Zahlungsverkehr mit Silberbarren ist schon seit Kaiser Wudi (156 bis 87 v. Chr.) bekannt.

Leider blieben kaum alte Barren erhalten, da es üblich war, sie wieder einzuschmelzen und anderer Verwendung zuzuführen. Silberbarren wurden bis circa 1933 nicht nur in China, sondern auch in Thailand und Burma als Zahlungsmittel verwendet.

Oft hatten die Silberbarren die traditionelle Form von Schiffchen. Andere Barren hatten die Form von Satteln, Schildkröten oder Stühlen. Sattelgeld wurde sowohl in China, wie in Thailand hergestellt und hatte als Gewicht meist 5 Tael, also 180 bis 200 Gramm, es gab aber auch Barren zu 10 Tael. Die Barren wurden von privaten Banken, Unternehmern oder Silberscheideanstalten hergestellt und staatlich geprüft. Als Gussverfahren wurde das heiße Silber wurde in Sandmulden gegossen und blieb dort, bis es erkaltet war. Bevor sie vollständig ausgehärtet waren, wurden die Barren gestempelt. Dabei wurde die herrschende Dynastie, die Provinz und die Garantie aufgeprägt, auch Wunschformeln waren oft üblich.

Besonders interessant für Sammler ist auch das so genannte Seidenschuhgeld, das in der Form an die kleinen Seidenschuhe der chinesischen Frauen erinnert.

Sycee-Barren (Seidenbarren) wurden so wegen der auf ihnen erkennbaren Gusslinien genannt. Sie bestehen aus besonders reinem Silber und weisen einen Feingehalt von bis zu 98 % auf.

Auch Silberarmreife dienten nicht nur als Schmuck, sondern auch als Zahlungsmittel.

Neben den Silberbarren gab es auch Goldbarren, meist in Schiffchenform, doch waren diese weniger gebräuchlich. Sie dienten vor allem als Wertspeicher und Geschenk.

(ps)